Einst trafen wir uns in den Straßen von Recklinghausen, jetzt begegnen wir uns wieder: Louis Thomas Hardin, besser bekannt als Moondog. Der geniale, blinde New Yorker Musiker bereiste lange Jahre die Welt - meist als dichtender und musizierender Clochard in Wikingerkluft.
In den späten 70-er Jahren verschlug es Moondog in meine Heimatstadt, nach Recklinghausen (warum auch immer). Dort stand er im imposanten Wikingeroutfit in der Breiten Straße, Ecke "Alte Apotheke" und verkaufte seine Gedichte. Bei Wind und Wetter - tagaustagein. Später hatte ich dann das Glück, eines seiner spärlichen, grandiosen Konzerte besuchen zu dürfen. Danach verlor ich ihn aus den Augen.
Jetzt, Jahrzehnte später, treffe ich ihn tatsächlich wieder. Hier in Hamburg. On canvas. Till Gerhard sei Dank!
Till Gerhard: Moondog, Oil on Canvas, 50 x 40 cm, 2009
Wer die zuweilen bleierne Stille in Museen nicht mag, der ist hier wahrscheinlich besser aufgehoben: Das Ramones Museum in Berlin Mitte verspricht beeindruckende Auswüchse eines gesegneten Fantums. Berge von original Devotionalien aus dem Gabba Gabba Hey Universum.
Sommerfrische (aka Winterfrische) am Zuckerhut: Zwei brasilianische Künstler zeigen uns, wie das geht. Luftig locker leicht schweben und leben Gabriel & Tiago Primo den kompletten Sommer (Winter) hindurch mitten in Rio de Janeiro.
Dash Snow ist tot. Er starb letzten Dienstag mit 27 Jahren. Die Mythen Maschine, die schon zu Lebzeiten von Dash Snow oft hochtouriger wirkte als der künstlerische Output, wird jetzt richtig heiß laufen.
Wohltuend dagegen das stimmige Farewell seiner Galeristin Nicole Hackert von CFA Berlin. Der ganze Text: hier
"Dash war in seiner Erscheinung, seinem Geschmack und seiner Lebenseinstellung ein aus der Zeit Gefallener, mit seinen meist langen Haaren, seiner Verweigerung digitaler Medien. Nun ist er aus dem Leben gefallen." Nicole Hackert
Jarvis Cocker ist Daniel Richter ist Jarvis Cocker
Gestern bekam Daniel Richter den mit 20.000 Euro dotierten Kunstpreis Finkenwerder überreicht. Ohne Frage hat Mr. Richter den Preis mehr als verdient. Die vielen vielen Euros aber sähe ich bei einem jungen Künstler besser aufgehoben. Aber so ist das wohl mit Kulturpreisen: Sie kommen immer einen Tick zu spät.
Unabhängig davon zeigt die Berliner Galerie Contemporary Fine Arts gerade neue Arbeiten vom Meister. Einen Preview der 40 Arbeiten gibt's auf der Website von CFA. Hingehen ist natürlich besser. Mein Favorit: Fans!
DANIEL RICHTER: "FANS", 2009, oil on canvas, 40 x 50 cm
Der echte Hirst: 8601 Diamanten und eine Prise Größenwahn
Warum 75 Millionen investieren, wenn man das Ganze auch für sympathische 49,95 Euro selber basteln kann? IARTISTLONDON macht's möglich. Den berühmten Schädel von Damien Hirst gibt's dort als praktisches Bastelset. Die gesparten rund 74.999.950 Euro kann man jetzt ganz gelassen anderweitig verjubeln.
Der wahre Hirst: 8601 Glasperlen und eine Prise Patience
IARTISTLONDON is the cool new brand that enables you to make real contemporary pieces of art from the comfort of your home. All those pieces that you always wanted to have but couldn´t afford. We believe art should be for everyone. Our boxes contain all the necessary elements so you only have to concentrate on creating. In no time you will have a masterpiece created by yourself. It couldn’t be easier!
Ebenfalls im Angebot: Das legendäre Zelt von Tracey Emin
Brad Pitt ist den schönen Dingen des Lebens ja durchaus zugetan. Auf der Art Basel kaufte er sich jetzt - so war zu lesen - bei Judy Lybke von der Galerie Eigen + Art einen riesigen Neo Rauch. Etappe, so heißt die Arbeit aus dem Jahr 1998. 200 cm x 300 cm. Glückwunsch. Die kolportierten 680 000 Euro kann man definitiv schlechter ausgeben, Herr Pitt!
Neo Rauch: Etappe. Demnächst im Livingroom von Familie Pitt.