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Menschen am Rande der Megacitys

Die Arbeit, die mich am meisten beeindruckt und bewegt dieses Jahr, heißt The Places We Live von Jonas Bendiksen. Der norwegische Magnum-Fotoreporter war mehrere Monate bei Familien zu Gast, die in einem Slum ihr zu Hause gefunden haben. Ein Stück Heimat auf wenigen Quadratmetern, unter Brücken, in Bretterverschlägen und Kartons: kleine, liebevoll gestaltete Reiche, ein winziges Stück Privatsphäre in einem brodelnden Mikrokosmos.

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Ungemein bewegendes Buch und großartige Website: The Places We Live

In Nairobi, in Caracas, Jakarta und in der indischen Boomtown Mumbai hat Bendiksen die Bewohner in ihren vier Wänden fotografiert, ihre Lebensgeschichten aufgeschrieben und dabei mit vielen Vorurteilen aufgeräumt.

"Denn", so der Fotograf, "man darf sich Slums nicht als gleichförmige Orte der Armut und Verzweiflung vorstellen, wo die Leute hilflos dahin vegetieren. Dort leben Menschen, die alles dafür tun, ein menschenwürdiges Leben zu führen."

2Mumbai

Seine eindrucksvollen 360°-Fotos, die eine fast unmittelbare Begegnung mit den Porträtierten erlauben, sparen die Härte des Überlebens inmitten eines von Not, Elend und Gewalt geprägten Alltags nicht aus. Aber sie erzählen auch von den Hoffnungen, Sehnsüchten und Träumen, der Vitalität, von Ehrgeiz und Stolz.

Da ist zum Beispiel die Familie von Asanah mit ihren drei Kindern und ihrem Mann, die mitten in Jakarta unter einer Autobahnbrücke lebt, wo man nicht einmal stehen kann. "Asanah schämt sich, wenn ihre Kinder Freunde mitbringen. Aber ich habe sie als eine so herzliche Familie erlebt!", erinnert sich Bendiksen. "Sie hatten sich solche Mühe gegeben, ihr Heim zu dekorieren, so wie jede Familie in Oslo oder sonst irgendwo auf der Welt. Mit Familienfotos, Kinderzeichnungen, Aufklebern."

Jonas Bendiksens zeigt momentan seine Bilder im Nobel Peace Centerin Oslo - projiziert auf vier Wände im Grundriss von zwei mal zwei Metern, die die für uns kaum vorstellbare Enge der Slumquartiere nachvollziehbar macht. Noch bis zum 31. Januar 2009.

Unter dem Titel "So leben wir" sind die Fotos jetzt auch in einer deutschen Fassung erschienen – im Knesebeck Verlag.

Und wie gesagt: unbedingt die The Places We Live Website klicken!

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